29. Oktober 2020 | Neuerscheinungen

Hard Facts New Work

Auszüge aus dem Ratgeber von Ingrid Britz-Averkamp und Christine Eich-Fangmeier

Wer sich in diesen Tagen über die „neue Arbeitswelt“ Gedanken macht bzw. machen muss, wird von vielen Schlagworten, Theorien und Experten hören. Gerade als Führungskraft muss man hier am Ball bleiben. Das Buch „Überleben in der neuen Arbeitswelt“ (Neuerscheinung im metropolitan Verlag 2020) versteht sich als umfassender Leitfaden, wie das Thema praktisch umgesetzt werden kann.

Hier ein kleiner Einblick:

10 Hard Facts zu New Work

Um einen Eindruck vom Buch zu bekommen, haben wir hier zehn Auszüge – die Hard Facts New Work – zusammengetragen. Sie wurden rund um den Erscheiungstermin des Buches (Anfang September 2020) auf dem LinkedIn-Kanal von metropolitan gepostet.

#1 HARD FACT #SurviveNewWork

Was meinen Sie: Wie viele Menschen in Unternehmen tragen Veränderungen grundsätzlich NICHT mit?
Umfragen zeigen, dass bis zu 90 % (!) der Mitarbeiter Veränderungen verlangsamen oder gar blockieren (73 % sind abwartend und 17 % sind dagegen).*

* Agentur ohne Namen: Time for Change. HR Future Trend 2017, VUCA – eine Herausforderung für Unternehmen. HR Trends 2017. – www.agenturohnenamen.de/fileadmin/user_upload/HR_Future_Trend_2017.pdf

#2 HARD FACT #SurviveNewWork

In Deutschland alleine wurden 2018 fast 850 Milliarden E-Mails (ohne Spam-Mails) ver­sandt – das ist im Vergleich zu 2017 eine 10-prozentige Steigerung. Für das Jahr 2019 wird eine weitere Zunahme erwartet.*
Das bedeutet pro Bundesbürger und Arbeitstag 47 Mails. Bei drei Minuten Bearbeitungszeit ergäbe das rein rechnerisch mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag.

* Rabe, l.: Anzahl der versendeten E-Mails in Deutschland pro Jahr bis 2018. Statista 2019. – https://de.statista.com/statistik/daten/studie/392576/umfrage/anzahl-der-versendeten-e-mails-in-deutschland-pro-jahr/

#3 HARD FACT #SurviveNewWork

Wussten Sie, dass wir laut einschlägigen Studien 10 bis 13 % unserer Arbeitszeit mit Suchen verbringen?*
Eine gut durchdachte, vernünftige Ablagestruktur hilft enorm, Zeit für unnötiges Su­chen zu sparen. Schon 5 Minuten weniger Suchzeit am Tag schafft pro Monat einen Frei­raum von 1,5 Stunden für sinnvollere Tätigkeiten (bei 220 Arbeitstagen/Jahr).

* vgl. https://kyocera.blog/kyocera-studie-so-viel-zeit-verbringen-die-deutschen-mit-der-dokumentensuche/

#4 HARD FACT #SurviveNewWork

Bereits 2012 hat das amerikanische IT-Analystenhaus IDC prognostiziert, dass sich das weltweite Datenvolumen bis 2020 alle zwei Jahre verdoppelt und auf 40 Zettabyte stei­gen wird.* Diese Menge soll dem 57-Fachen der Sandkörner an allen Stränden der Erde entsprechen. Bis 2025 soll das weltweite Datenaufkommen von dem bereits hohen Niveau von 33 Zettabyte im Jahr 2018 auf die unvorstellbar hohe Größenordnung von 175 Zettabyte im Jahr 2025 laut IDC ansteigen.** Das ist mehr als eine Verfünffachung in nur sieben Jahren!

* Hase, M.: Unternehmen lassen das Potenzial ihrer Daten brach liegen. Bigdata. Big­data-Insider 2012. – www.bigdata-insider.de/unternehmen-lassen-das-potenzial- ihrer-daten-brach-liegen-a-448162
** Coughlin, T.: 175 Zettabytes By 2025. – www.forbes.com/sites/tomcoughlin/2018/11/27/175-zettabytes-by-2025/#1875364c5459

#5 HARD FACT #SurviveNewWork

In seiner Studie „Delivering Through Diversity“ belegt das Beratungsunternehmen McKinsey* eine klare Korrelation zwischen Frauenanteil und Geschäftserfolg: Bei Un­ternehmen mit besonders ausgeprägter Vielfalt steigt die Wahrscheinlichkeit, über­durchschnittlich profitabel zu sein, um 33 % – bei deutschen Unternehmen mit einem hohen Anteil weiblicher Führungskräfte im Topmanagement verdoppelt sich die Wahr­scheinlichkeit eines überdurchschnittlichen Geschäftserfolgs sogar. Die Förderung von Talenten mit unterschiedlichen Hintergründen, Männer wie Frauen, unterschiedliche Ethnien und wissenschaftliche Hintergründe, ist demzufolge sowohl eine Frage der Ge­rechtigkeit als auch eine Business-Priorität. Gelingen könne Vielfalt am effektivsten, wenn nach objektiven Kriterien befördert werde, zum Beispiel durch den Einsatz von datengestützten People Analytics.

* McKinsey & Company: Neue Studie belegt Zusammenhang zwischen Diversität und Geschäftserfolg. 24.01.2018. – www.mckinsey.com/de/news/presse/neue-studie-belegt-zusammenhang-zwischen-diversitat-und-geschaftserfolg

#6 HARD FACT #SurviveNewWork

Laut der Studie des Fraunhofer Instituts „Wirksame Büro- und Arbeitswelten“ ist „in ,Multispace‘ Arbeitsumgebungen die gelebte Zusammenarbeit statistisch signifikant stärker ausgeprägt als in anderen Bürostrukturen“.*

* Hanner, U./Wackernagel, S.: Kurzbericht zur Studie „Wirksame Büro- und Arbeits­welten“. Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO 2018, S. 12. – http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-494183.html

#7 HARD FACT #SurviveNewWork

Nach dem HR Future Trend 2016 durchlaufen über 60 % der Unternehmen Verände­rungsprozesse. Die drei wichtigsten Gründe für die Veränderungsprozesse sind Kosten­einsparungen (Platz 1), Digitalisierung von Geschäftsprozessen (Platz 2) und zuneh­mender Wettbewerbsdruck (Platz 3). Knapp 40 % der Unternehmen begleiten diese Veränderungsprozesse nicht durch Personalentwicklungsmaßnahmen.*

Die Studie zeigt nicht nur, dass oft die notwendige Begleitung bei Veränderungspro­zessen fehlt, sondern dass ein Großteil der Belegschaft auch als „veränderungsunwil­lig“ wahrgenommen wird. Unfreiwillige Change-Prozesse sind von Störemotionen be­gleitet. In den Unternehmen überwiegen eine abwartende Haltung und Unsicherheit. Auch Angst ist mit 20 % der Angaben ein mächtiger Veränderungsgegner.

* Agentur ohne Namen: Veränderung und Transformation im Windschatten von Digi­talisierung und Industrie 4.0. HR Trends 2016, S. 25. – www.agenturohnenamen.de/fileadmin/user_upload/HR_Future_Trend_2016.pdf

#8 HARD FACT #SurviveNewWork

„Beständig ist nur der Wandel.“ – Diese Weisheit gilt besonders für das heutige mo­derne Arbeits- und Privatleben angesichts der extrem hohen Änderungsgeschwindig­keit und -vielfalt. Doch wussten Sie, dass dieser weise Satz schon vor ca. 2500 Jahren von Heraklit von Ephesus (535–475 v. Chr.) manifestiert wurde? Für den vorsokrati­schen griechischen Philosophen war die Veränderung eine zentrale Eigenschaft unseres Universums. Ein wiederkehrendes Thema war für ihn – neben dem vielfältig interpretier­baren Begriff des „Logos“ – die vernunftgemäße Weltordnung und ihre Erklärung, der natürliche Prozess des beständigen Werdens und Wandels. In späterer Zeit wurde die­ser Wandel auf die populäre Kurzformel „pantha rei“ (alles fließt) zusammengefasst.

 

#9 HARD FACT #SurviveNewWork

Nach dem Statistischen Bundesamt* sind hierzulande fast drei Viertel der erwerbsfähi­gen Frauen berufstätig. Damit belegt Deutschland den zweiten Platz in der EU. Blickt man jedoch in die Leitungsebene deutscher Unternehmen, scheint der wirtschaftliche Zusammenhang kaum erkannt zu werden. „Schlusslicht Deutschland“ heißt auch das Resümee der Studie der deutsch-schwedischen Allbright-Stiftung**, die den Frauenan­teil in den DAX-30-Unternehmen untersucht und mit anderen Ländern verglichen hat. Bei den 100 größten deutschen Familienunternehmen hat die Stiftung ein ähnliches Bild ermittelt: „Am 1. März 2020 sind weniger als 7 Prozent der Mitglieder in den Ge­schäftsführungen Frauen.“ Ihr Anteil in Führungsebenen stagniert oder steigt nur lang­sam. Doch gerade in Zeiten der digitalen Transformation ist es essenziell, Frauen ins Management zu bringen.

* Statistisches Bundesamt: Arbeitsmarkt auf einen Blick – Deutschland und Europa. Ausgabe 2018. – www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/_inhalt.html#sprg230598
** AllBright Stiftung: Die deutschen Familienunternehmen: Traditionsreich und frauen­arm. AllBright Berichte 10.06.2020. – www.allbright-stiftung.de/berichte

#10 HARD FACT #SurviveNewWork

Auf Basis einer mit der Universität St. Gallen durchgeführten Studie veröffentlichte die Deutsche Telekom 2015 25 Thesen zu den „Megatrends digitaler Arbeit der Zukunft“. Die 22. These zu Führen auf Distanz lautet: „Der Abschied von der räumlich verorteten Arbeit geht mit einem Wandel von der Präsenz- zur Ergebniskultur einher. Führungs­kräfte müssen lernen, dass sie mehr motivieren als kontrollieren werden. Die Kunst be­steht darin, persönliche Bindung auch über unpersönliche technische Kanäle aufzu­bauen und zu erhalten.“ *

* https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/maschinen-werden-kuenftig-kollegen-sein-349222


ueberleben-in-der-neuen-arbeitswelt-400x400-1.pngÜberleben in der neuen Arbeitswelt

Desk Sharing, Open Space, Mobiles Arbeiten & Co.
Survival Guide für Manager und Mitarbeiter
ISBN 978-3-96186-040-1