17. Dezember 2018 | Trends und Themen

Vernichtet die Digitalisierung Arbeitsplätze?

Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. In der öffentlichen Debatte werden Befürchtungen geäußert, dass der technologische Wandel und insbesondere die Digitalisierung zu Jobverlusten führen. Ist diese Sorge berechtigt? Oder bringt die „Arbeitswelt 4.0“ sogar neue Jobs und mehr Wohlstand?

Die Ökonomin Melanie Arntz vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim sieht vor allem einen massiven Strukturwandel als Folge der Digitalisierung. Was versteht man überhaupt unter Arbeit 4.0? „Wenn man sagt, Arbeit 4.0 bezieht sich vor allem auf die veränderte Weise, wie wir arbeiten, sei es im Home office, entgrenzt und ständig digital vernetzt, dann finde ich, dass man heute vielfach schon so arbeitet, wie Arbeit 4.0 auch in fünf Jahren sein wird“, sagt Leibniz-Professorin Arntz im Interview mit der Fachzeitschrift N-Journal. Experten warnen aber davor, immer nur auf drohende Arbeitsplatzverluste zu schauen. Gern zitiert wird immer die Studie des Ökonomen Carl Benedikt Frey und des Informatikers Michael Osborne aus dem Jahr 2013, wonach 42 Prozent der Jobs in Deutschland durch Digitalisierung und Automatisierung ersetzt würden, in den USA sogar 47 Prozent. Melanie Arntz hat dieser Studie im Jahr 2016 eine eigene entgegengehalten und sieht in Deutschland nur rund jeden zehnten Arbeitsplatz von Automatisierung bedroht. Wie kommen solche unterschiedlichen Werte zustande? „Frey und Osborne nahmen an, dass Berufe homogen sind“, sagt Arntz. Das heißt: Alle Beschäftigten in einem Berufsfeld haben eine bestimmte Tätigkeitsstruktur. Diese vorausgesetzt, kommen sie dann zum Ergebnis: 47 Prozent sind potenziell ersetzbar. „Die Annahme dagegen, die wir getroffen haben, ist: Nein, es gibt auch innerhalb von Berufen ein ganz weites Spektrum“, erläutert die Mannheimer Arbeitsmarktforscherin. Berufsbilder befänden sich in einem ständigen Anpassungsprozess. „Das, was ein Automechaniker früher gemacht hat, heutzutage als Mechatroniker, unterliegt ja permantem Wandel.“


Das komplette Interview lesen Sie im N-Journal 1/2019. Mehr Informationen unter  www.nachhaltigkeit-wissen.de !